Projekte Herrmann AG


JOBARI

Wie ein Zahnarzt mit seinem Jobari in vielen Garagen für Platz sorgen kann...

Auch der Zahnarzt Dr. Johannes Baringer machte sich so seine Gedanken, denn irgendwann ging nach eigenem Bekunden das Garagentor nicht mehr zu. Aber deshalb das Erbstück seines Vaters - einen original Motorroller NSU Lambretta aus den 1950er Jahren - verkaufen? Das kam nicht in Frage. Einen separaten Lagerraum anmieten? Auch keine Lösung.

Jobari - ein vielseitiges Hebesystem für Garagen


Irgendwann kam ihm die zündende Idee: Über der Motorhaube ist ja eigentlich noch Platz. Warum diesen Raum also nicht ausnutzen? Und so machte sich der Doktor, der in jungen Jahren auch einem Maschinenbau-Studium nicht ganz abgeneigt war, auf den Weg in den Baumarkt. Aus Metallschienen, Seilschienen und Elektromotor bastelte er sich mit Hilfe eines Onkels ein Hebesystem, das den Retro-Roller ruckelnd in die Höhe bugsierte. Beeindruckt von seiner Konstruktion, brachten ihn Familie und Freunde schließlich auf die Idee: "Mensch, das musst du dir patentieren lassen!" Und so nahm die Geschichte des Jobari - einem vielseitigen Hebesystem für jede Garage - ihren Lauf. "Während das Patentverfahren lief, wurde mir schnell klar, dass ich meine Idee dann auch wirklich umsetzen und für andere nutzbar machen möchte. Dafür musste sie aber professionell weiterentwickelt werden - denn meine Konstruktion funktionierte zwar, war aber nur mit sehr viel Eigenliebe akzeptabel", erinnert sich Dr. Baringer. Bei der Suche nach einem passenden Partner stieß er schließlich auf die Herrmann AG mit Sitz im oberpfälzischen Pösing - nur rund 40 Kilometer von seinem Wohnort entfernt. Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Hebebühnen für KFZ-Werkstätten spezialisiert. Auch hier war man sofort überzeugt von der Idee und erklärte sich bereit, bei der Entwicklung mit aller Erfahrung zur Seite zu stehen.


Mit hohem Drehmoment und wenigen Umdrehungen


"Dass wir für das Hebesystem einen elektrischen Antrieb benötigen, lag auf der Hand. Eine Welle, in der ein Rohrmotor verbaut wird, war die optimale Lösung, um die rechte und die linke Hubeinheit zu synchronisieren. So kamen wir auf die Idee, einen Markisenantrieb zu nutzen und haben uns daraufhin an die Firma Becker gewandt, die in diesem Bereich zu den renommiertesten Herstellern zählt", so Roland Rothkegel, Ingenieur bei der Herrmann AG. Eine echte Herausforderung - denn alle verfügbaren Rohrmotoren waren für diese besondere Anwendung zu schwach. Die Becker-Antriebe GmbH stellte sich aber der Herausforderung: "Gefordert war ein Motor mit extrem hohen Drehmoment bei gleichzeitig wenig Umdrehungen pro Minute – schließlich muss das System schwere Lasten bewegen, darf dabei aber nicht durch die Decke gehen", beschreibt Bernd Bauernschmitt aus dem Becker-Außendienst die Anforderungen der Herrmann AG. "Gelöst haben wir die Herausforderung, indem wir unseren stärksten Motor mit einem Zusatzgetriebe ausgestattet haben. Das bewirkte, dass sich das Drehmoment erhöht und die Geschwindigkeit zugleich reduziert." Im Jobari - dessen Name charmant auf seinen Erfinder Johannes Baringer verweist - stecken nunmehr satte drei Jahre Entwicklungszeit. "Wir haben viel Wert auf eine hochwertige Verarbeitung gelegt und außerdem immer wieder überlegt, wie man das Hebesystem möglichst einfach und flexibel nutzbar machen kann", betont Dr. Johannes Baringer.



Ergänzend zur Hubplattform lässt sich das Jobari auch optional mit einem ausziehbaren Kran ausstatten. "Mit Hilfe des Krans kann man zum Beispiel ganz einfach und ohne fremde Hilfe eine Dachbox aufs Auto hieven", erläutert der Zahnarzt und spricht auch hierbei aus Erfahrung. "Das ist ansonsten ja immer ein echter Kraftakt."

Die Hubplattform selbst eignet sich laut Datenblatt für Lasten bis maximal 350 kg. Johannes Baringer ist sich sicher, dass seine Idee im Markt ankommt.

Schnelle Einbaulösung für den Deckeneinbau



Autohaus Brückner & Hofmann

Das Jaguar- und Land-Rover-Autohaus Brückner & Hofmann ist das erste Autohaus in der neuen Hersteller-CI, das auf der grünen Wiese entstanden ist, und das weltweit erste "Approved" -Gebrauchtwagencenter - ein Invest in Millionenhöhe.

Vor fünf Jahren hätten Michael Brückner und Andreas Hofmann sich nicht mal in ihren kühnsten Träumen ausgemalt, dass sie in Kürnach das erste freistehende Jaguar- und Land-Rover-Autohaus in der neuen Corporate Identity des britischen Herstellers und das weltweit erste Approved-Gebrauchtwagencenter eröffnen würden. 2009 waren sie noch in der Würzburger Filiale des Jaguar- und Land-Rover-Autohauses Faber Motor angestellt, das sie im Rahmen eines Management-Buy-outs 2010 übernahmen - getrieben von der Leidenschaft für die britischen Marken und im festen Glauben an Wachstum.
Binnen fünf Jahren ist es den beiden Geschäftsführern des Autohauses Brückner & Hofmann gelungen, die Zahl der Bestandskunden und die Verkaufszahlen glatt zu verdoppeln - 2015 wollen sie am neuen Standort in Kürnach bei Würzburg 300 Neuwagen der Marke Land Rover und knapp 100 Jaguar-Neuwagen vermarkten.
Ein Selbstläufer sei der eingeschlagene Wachstumspfad trotz des starken Rückenwinds der Marke Land Rover nicht gewesen, bemerkt Andreas Hofmann: "Wir wussten anfangs selbst nicht, wohin die Reise genau gehen würde. Wir mussten uns in unsere neue Rolle als Unternehmer hineinfinden und viele Prozesse neu aufrollen. In diesem Zug mussten wir uns auch von dem einen oder anderen Mitarbeiter trennen, der nicht bereit war, den Weg so mit uns zu gehen, wie wir es uns vorgestellt haben."
Ihren Führungsstil bezeichnen die beiden Geschäftsführer als teamorientiert : Bei wichtigen Entscheidungen, speziell was die Implementierung von neuen Prozessen angeht, holen sie stets ihre Mitarbeiter mit ins Boot und lassen sie mitgestalten. Ihr Unternehmen führen sie bewusst kundennah und mit einer klaren Serviceorientierung. "Wir sind immer direkt im Verkaufsgeschehen und pflegen einen sehr persönlichen, fast freundschaftlichen Kontakt mit u nseren Kunden", schildert Michael Brückner, der die Marke Land Rover verantwortet, während Andreas Hofmann für Jaguar zuständig ist. Ihren Fokus legen die Unternehmer auf den regionalen Markt, der einen Radius von 100 Kilometern rund um Würzburg umfasst.
Unternehmerischen Mut haben Andreas Hofmann und Michael Brückner mit ihrem Invest in den Kürnacher Neubau, das sie auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag beziffern, bewiesen. Gründe für einen Neubau in Kürnach habe es mehrere gegeben, schildert Michael Brückner: Die gepachtete Bestandsimmobilie in der Würzburger Automeile sei aus allen Nähten geplatzt, der Schauraum und die Werkstatt seien zu klein gewesen, es habe zu wenig Parkplätze und zu wenige Stellflächen für Gecbrauchtwagen gegeben. Zudem war der Servicebereich räumlich komplett vom Vertrieb getrennt. Dazu gesellten sich die CI-Anforderungen des Herstellers, die im Bestandsbetrieb nicht umzusetzen waren.
Ein Umbau des Bestandsbetriebs wäre fast genauso teuer gewesen wie ein Neubau. Die Suche nach einer geeigneten Immobilie oder einem Grundstück blieb erfolglos. Als die beiden Unternehmer erfuhren, dass in Estenfeld, das an Kürnach angrenzt, ein Porsche-Zentrum entsteht, wurden sich die beiden Unternehmer schnell mit dem lokalen Bürgermeister einig.
In gerade einmal neun Monaten Bauzeit ist auf dem 6.500 Quadratmeter großen Grundstück ein Iichtdurchflutetes Autohaus entstanden, das im gesamten Netz Vorbildcharakter hat, was die Darstellung der beiden britischen Marken angeht. Neben den geforderten CI-Elementen haben die beiden Geschäftsführer im rund 900 Quadratmeter großen Schauraum viele eigene Ideen eingebracht, wie eine abgehängte Decke mit einem beleuchteten Jaguar- und Land-Rover-Schriftzug oder eine Galerie. "Unser Betrieb ist klar auf Wachstum ausgerichtet. Alle Bereiche, bis hin zum Ersatzteillager, sind in der Fläche gewachsen", unterstreicht Andreas Hofmann. Auch die Zahl der Mitarbeiter ist auf mittlerweile 14 gestiegen. Aktuell ist der Betrieb auf der Suche nach zwei weiteren Servicemitarbeitern und einem gewerblichen Auszubildenden.

Approved-Gebrauchtwagen mit 24-monatiger Garantie



Von ihrem neuen Approved-Gebrauchtwagencenter, das Dr. Ralf Speth, CEO von Jaguar Land Rover, Ende April offiziell eröffnet hat, erhoffen sich die Geschäftsführer zusätzli chen Schwung für ihr Gebrauchtwagengeschäft. 2015 wollen sie mithilfe des neuen globalen Herstellerprogramms 160 gebrauchte Land Rover und 60 gebrauchte Jaguar verkaufen.
Die wichtigsten Eckpfeiler des Approved- Center-Konzepts, das schrittweise auch in a nderen deutschen Händlerbetrieben mit einem Gebrauchtwagenvolumen von mindestens 200 Einheiten eingeführt werden soll: Die hochwertigen Gebrauchtwagen werden mit einer 24-monatigen Gebrauchtwagengarantie und Dekra-Gebrauchtwagensiegel vermarktet und haben einen 165-Punkt-Check durch laufen. Präsentiert werden sie auf einer . hochwertigen, zum Teil überdachten Präsentationsfläche, die CI-Elemente des Händlerbetriebs aufgreift.
Sorgen, sich mit ihrem Invest in Millionenhöhe übernommen zu haben, plagen Michael Brückner nicht: "Wenn wir nicht fest an die hervorragenden Perspektiven bei beiden Fabrikaten geglaubt hätten, hätten wir sicher die Finger davon gelassen, Aber wir spüren schon jetzt die zunehmende Dynamik von Jaguar und sind sicher, dass die Marke bald ähnlich erfolgreich sein wird wie heute schon Land Rover."



(Quelle Text und Bilder: kfz-Betrieb, Ausgabe 20/2015)
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